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Sumatra

(indonesisch Sumatera), 
große Insel im Westen der Republik Indonesien, westlichste der Sunda-Inseln. Die Insel erstreckt sich von Nordwesten nach Südosten; im Nordosten wird sie durch die Malaccastraße von der Malaccahalbinsel, im Südosten durch die Sundastraße von der Nachbarinsel Java getrennt. Parallel zur Westküste liegt eine vorgelagerte Inselkette, zu der Nias und die Mentawai-Inseln gehören. Sumatra besteht aus den Provinzen Daerah Istimewa Aceh, Riau, Jambi, Bengkulu, Lampung und Nord-, Süd- und West-Sumatra. Zu den wichtigsten Städten der Insel gehören Medan, Palembang und Padang. 

Sumatra hat eine Fläche von etwa 425 150 Quadratkilometern; sie ist damit nach der Insel Borneo die zweitgrößte der Sunda-Inseln und weltweit die sechstgrößte Insel. 

Die Einwohnerzahl beträgt etwa 36,8 Millionen einschließlich der benachbarten kleineren Inseln. 
 Die Insel hat eine maximale Länge von etwa 1 770 Kilometern und eine maximale Breite von ungefähr 435 Kilometern. Eine große vulkanische Gebirgskette, das Barisan-Gebirge mit mehreren, parallel streichenden Gebirgszügen, erstreckt sich entlang der Westküste durch ganz Sumatra. Sie umfasst mit dem Kerinci (3 800 Meter) auch die höchste Erhebung der Insel. Entlang der Ostküste erstreckt sich ein leicht hügeliges Flachland, durch das alle größeren Flüsse der Insel - Musi, Hari, Indragiri und Kampar - fließen; diese sind für die Binnenschifffahrt von großer Bedeutung. Der größte von vielen Seen auf Sumatra ist der etwa 80 Kilometer lange Toba-See.

 Der Äquator führt fast genau durch die Mitte der Insel. Es herrscht folglich ein tropisches Klima; die jährlichen Durchschnittstemperaturen betragen etwa 25 bis 27 °C, die jährliche Niederschlagsmenge variiert zwischen etwa 2 300 und 4 700 Millimetern. 

Der Boden ist außergewöhnlich fruchtbar, und der größte Teil der Insel von dichtem Wald bedeckt. Der bis vor etwa 25 Jahren vorherrschende Regenwald wurde aufgrund wirtschaftlicher Interessen immer stärker abgeholzt und ist heute in den zugänglichen Gebieten der Insel weitgehend verschwunden. Neben Banyanbäumen und verschiedenen Palmen sind Gummi- und Teakbäume auffallende, große Gehölze auf der Insel. 

Die Fauna umfasst Elefanten, Orang-Utans, Siamangs (ein großer Gibbon), den Sumatratiger, Tapire und andere Tiere, die auf dem Malaiischen Archipel verbreitet sind. 

An Bodenschätzen kommen reichhaltige Bauxitlager und Erdöl vor. 

Der Haupterwerbszweig der Insel ist die Landwirtschaft, die sowohl auf kleinen Farmen als auch auf großen Plantagen betrieben wird. Die bei weitem wichtigste Getreideart ist Reis, daneben wird auch Mais angebaut. Weiterhin umfasst der Anbau Produkte wie Gummi, Tee, Kaffee, Kokosnüsse und Gewürze, die hauptsächlich für den Export bestimmt sind. 

 Die einheimischen Sumatraner gehören sprachlich und kulturell zu den Malaien und werden manchmal auch als Indonesier bezeichnet. 

Das Gebiet in Zentral- und West-Sumatra wird von den Minangkabau beherrscht und gilt als Stammland der Malaiischen Völker. 

Die wichtigsten ethnischen Gruppen sind die Aceher und Gayos im Norden, die Batak im Landesinneren, die Lampongs im Süden und kleine Überreste der ursprünglichen Bevölkerung, die als Sammler und Jäger lebten. 
Der Islam ist die dominierende Religion. 

Die Bevölkerung umfasst eine breite Schicht von Indern, Chinesen und Arabern sowie einige Europäer, die vor allem in den Küstenregionen leben.

 Der italienische Entdeckungsreisende Marco Polo besuchte Sumatra etwa im Jahr 1292. 

1509 gründeten portugiesische Händler hier einige Handelsstationen. 

Im 17. Jahrhundert fassten die Niederländer auf der Insel Fuß und erweiterten nach und nach ihren Einflussbereich. Im späten 17. Jahrhundert ließen sich dann auch Briten auf Sumatra nieder. Die Rivalität zwischen den Engländern und Niederländern war lange Zeit groß und dauerte an, bis Großbritannien 1824 seinen Anspruch auf die Insel gegenüber den Niederlanden im Austausch gegen Melaka (Malaya) aufgab. 
Während des gesamten 19. Jahrhunderts erweiterten die Niederländer ihren Machtanspruch über die örtlichen Herrscher; zum letzten großen Kampf kam es 1873 bis 1903 gegen die Aceher.

 Im 2. Weltkrieg war fast ganz Sumatra von 1942 an bis zum Ende des Krieges von japanischen Soldaten besetzt. Nach dem Krieg spielte die Insel eine wichtige Rolle im indonesischen Unabhängigkeitskampf. 

Im Februar 1994 erschütterte ein Erdbeben der Stärke 7,2 auf der Richter-Skala den Norden der Insel und tötete Hunderte von Menschen.
 
 

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